Dogshit-Bingo „Schön lieb sein, Nero!“
Das Glossar
Hinweis: Dieses Glossar verwendet keine gendergerechte Sprache. Das ist bewusst so gewählt – nicht aus Prinzip, sondern aus Beobachtung: Die hier gesammelten Phrasen stammen fast ausschließlich von Männern, meist im Tonfall selbstgerechten Besserwissens. Wenn Frauen sich äußern, dann in der Regel höflich und zurückhaltend. Die gewählte Form spiegelt diese Realität wider.
| Halterphrase | Was passiert | Warum + Was tun? |
|---|---|---|
| Der bellt nur | Hund kläfft (lautes Abwehrverhalten) | Dem Halter ist das offenbar völlig egal. Abstand halten, wenn möglich – weggehen. |
| Der braucht das | Hund darf sich austoben, auch im Dreck. Wälzt sich im Aas, apportiert Tierkadaver – Halter lächelt. | Halter beneidet im Stillen seinen Hund. Was tun? Mitmachen oder weggehen – je nach persönlicher Vorliebe. |
| Der hat Energie | Hund ist temperamentvoll. Unkontrolliertes Durchdrehen – Halter überfordert. | Bei zu großer Aufdringlichkeit: Eigenen Hund schützen, ggf. Fremdhund deutlich stoppen: „Nein!“ und Zusatz für den Halter: „Das will ich nicht!“ |
| Der hört sonst ganz gut | Hund gehorcht nicht, macht einfach weiter. | Halter hat keine Kontrolle. Reaktion: Verhalten ignorieren, ggf. eigenen Hund aus der Gefahrenzone bringen. |
| Der ist noch jung | Hund (längst aus dem Welpenalter heraus) ist verspielt und ungestüm, ohne Grundgehorsam | Hund ist nicht mehr klein, aber ungezogen – Halter will Verantwortung delegieren. Reaktion: Verhalten ggf. ignorieren, aber nicht dulden. Ruhig sagen: „Wenn er noch übt, bitte mit Leine.“ |
| Der macht nix! | Die Körpersprache verheißt etwas anders. Oder Hund springt einfach auf Mensch oder Hund los | Halter ist gleichgültig: Auf Körpersprache des Hundes achten – Schwanzwedeln (alles okay) oder Knurren, Fletschen oder steif gestellte Rute (Gefahr im Verzug). Bei Gefahr Fremdhund entschieden zurückweisen, ggf. so laut wie möglich mit „Nein!“ anschreien und dann keine Annäherung zulassen, bevor Körpersprache keine Aggression mehr signalisiert. |
| Der tut nix | Sabbert, pinkelt ans Bein, bellt ununterbrochen, ist übergriffig – Halter versichert „ist ganz lieb“ | Dem Halter ist alles offenbar völlig egal. Reaktion: Deutlich und lautstark abweisen („Spielt keine Rolle, ich möchte das nicht. Bitte nehmen Sie Ihren Hund an die Leine!“) |
| Der will nur Hallo sagen | Hund zeigt Neugier. Rennt auf Menschen oder Tiere zu, rammt sie fast um. | Falls nicht erwünscht, gleiche Reaktion wie bei „Der tut nix“... |
| Da kann ich jetzt nichts machen | Hund ist völlig außer Kontrolle, Schulterzucken beim Halter | Halter fühlt sich machtlos (während sein Hund wütet oder Hausfriedensbruch begeht), kennt das schon und weiß aus Erfahrung: Hinterherrennen oder Rückrufversuche zwecklos. Reaktion: Je nach Situation – bei Hausfriedensbruch „wie wär's mit Anleinen, in Zukunft?“, bei Flegeleien gegen den eigenen Hund oder Befürchtung, dass der eigene Hund sich dem Fehlverhalten anschließt: eigenen Hund anleinen, das Weite suchen und künftige Begegnungen vermeiden, wenn der Hundehalter seinen Hund nicht angeleint hat. Hinweise auf Leinenpflicht o. ä. gehen dann sowieso völlig am Hirn des Halters vorbei. |
| Das hat er noch nie gemacht | Wird regelmäßig gesagt – bei immer gleichem Fehlverhalten | Halter will das Verhalten als Ausnahme darstellen und bildet sich wahrscheinlich ein, dass es tatsächlich so ist. Dieser Realitätsverdrängung kann man nichts entgegensetzen, ohne den Halter zu brüskieren. Reaktion: Stillschweigend aufwischen oder abputzen. Bei Aggression gleiches Vorgehen wie bei „Der macht nix“ |
| Der ist nur neugierig | Hund will schnüffeln, klebt mit Schnauze am Kinderwagen o. ä. | Für Kinder oder empfindliche Personen kann das beängstigend sein. Reaktion: Klar und ruhig kommunizieren: „Bitte Abstand, ich möchte das nicht.“ |
| Ich trainier grad | Hund ist in Ausbildung (seit 3 Jahren zieht er Halter über die Wiese) | Training ohne Leine oder ohne Plan. Falls der Hund stört: Nicht den Halter belehren, sondern für eigene Sicherheit sorgen. |
| Ist halt ein Herdenschutzhund | Knurrt und bellt bei Annäherung. Oder ist nicht sozialisiert, aber am Spielplatz | Halter hat eine Ahnung, aber eine gegen Null gehende. Was tun?: Begegnungen vermeiden, solche Hunde können gefährlich werden. Eigenen Hund fernhalten. |
| Ist halt ein Jagdhund | Hetzt alles, was sich bewegt – auch Kinder | Jagdtrieb als Erklärung für Fehlverhalten – aber eines des Halters, denn Jagdhunde sind bei Tendenz zum Ungehorsam prinzipiell anzuleinen, wenn sie nicht im Einsatz sind. Reaktion: Eigenen Hund fernhalten und ruhig halten. Zukünftige Begegnungen vermeiden, denn Herr und Hund sind hoffnungslos un- und unausgebildet. |
| Mag keine Männer | Hund reagiert scheu oder aggressiv, wenn ein Mann sich annähert. | So etwas kommt öfter vor als man denkt. Und es ist erstzunehmen. Falls echtes Trauma (durch gewalttätige Vorbesitzer), als Mann einfach akzeptieren und sich zurückhalten. Falls nicht, auch. |
| Mag halt keine *** (Rüden, Hündinnen, Kinder, Postboten, Radfahrer) | Ist aggressiv gegenüber *** | Hund bevorzugt Einzelkontakte und/oder steht unter Dominanzdruck (aktiv oder passiv). Sowas kann nur durch Hundetrainer repariert werden. Was tun? Eigenen Hund fernhalten (wozu denn auch beschnuppern lassen – es gibt doch auch andere Hunde) |
| Muss der wirklich an die Leine? | Unangeleint trotz Leinenpflicht | Halter möchte Freiheit für den Hund. Leine wird als Schikane empfunden. Das ist für andere gefährlich. Diskussion meist überflüssig. Leinenverweigerer wissen in der Regel viel besser über Leinenpflicht Bescheid als alle anderen. |
| Muss sich austoben | Hund rast unkontrolliert durch Menschengruppen | Bewegungsdrang soll ausgelebt werden. Falls nicht erwünscht, gleiche Reaktion wie bei „Der tut nix“... |
| Nicht anfassen bitte | Hund und Halter ziehen Ohren und Leine an | Hund mag keinen Körperkontakt, hat evtl. bereits mehrfach gebissen. Reaktion: Abstand halten und die Warnung deutlich (aber freundlich) quittieren. |
| Hat halt Charakter | Verhalten ist unberechenbar, dominant, unsozial | Verhalten wird vom Halter als willensstark verklärt. Reaktion: Darauf eingehen ist zwecklos. Abstand halten, Begegnungen vermeiden. |
| So ist er nur an der Leine | Leinenaggression | Hund ist nicht erzogen. Möglicherweise auch ohne Leine gefährlich – Ursache liegt woanders, aber außerhalb der eigenen Einwirkungsmöglichkeiten – außer man ist geübter Hundetrainer. |
| War 'ne harte Vergangenheit | Hund ist misstrauisch oder tückisch | Hund hat schlechte Erfahrungen. Erziehung bleibt aber aus – Mitleid ersetzt Training. Reaktion: Da unklar ist, worin die schlechten Erfahrungen bestehen, lieber Abstand halten und Annäherung vermeiden. |
| Will nur spielen | Hund springt unkontrolliert los oder ist aggressiv | Siehe „Der macht nix“. |
| Will nur beschützen | Hund bewacht Bezugsperson. Oder greift alles an, was sich bewegt – inklusive Besucher | Siehe „Ist halt ein Herdenschutzhund“ |
| Das ist Spielverhalten | Wildes oder bedrohliches Verhalten (mit Knurren und Zähnefletschen) wird verharmlost | Halter ist gleichgültig, denn sein Hund hat die Oberhand. Siehe „Der macht nix“. |


Link kopieren
Link mailen
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Auf LinkedIn teilen